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Nur ein Mensch

Helmut Randel - Autobiografie

Für alle friedliebenden Menschen und ganz besonders für meinen Sohn.
Wie geht ein Kind mit den Grausamkeiten eines Krieges und den Wirren der Nachkriegszeit um? Wie verändern solche Erlebnisse das spätere Leben? Ein biographisches Werk über die Zeit zwischen 1940 und 1980. Vom Kampf um Lebensmittel und ums Überleben bis hin zu den Schwierigkeiten, das ganz normale Leben zu meistern, wird hier auf eine interessante, sehr selbstkritische, etwas andere Art beschrieben, was das Leben für Überraschungen bereit hält. Helmut Randel beschreibt sein Leben als Kriegskind, als Jugendlicher in den Nachkriegsjahren, seine verschiedensten Tätigkeiten vom Bergmann bis hin zum Drogenkurier sehr anschaulich.


Über den Autor

Der Autor Helmut Randel (Jahrgang 1934) versucht in seinem ersten Buch sehr kritisch, seinen Lesern die Wirren der letzten Kriegsjahre und der nicht weniger schweren Nachkriegszeit nahe zu bringen. Sehr selbstkritisch berichtet er über eigene Fehler und Verirrungen. Erst im Herbst seines Lebens findet er die Ruhe und Geborgenheit, die er sich für sein Leben erträumt hatte. “Nur ein Mensch“ ist der Versuch, mit der Vergangenheit abzuschließen und sich einem neuen Lebensabschnitt zuzuwenden.


Vorwort

Ein recht ungewöhnliches Schreiben ist das hier von mir verfasste Werk und mit Sicherheit auch recht beachtenswert. Zumal dieser Versuch, etwas Gutes zu schreiben, von einem Menschen unternommen wurde, der in seinem Leben nie richtig die Schule besuchen konnte und dann später auch nicht mehr wollte. Ein Mensch, dessen Wortschatz sehr klein und wenig ausgeprägt ist. Ein Mensch, der das Lesen und Schreiben erst im Alter von 20 Jahren mühevoll alleine lernte. Die Rechtschreibung war nicht das Problem beim Schreiben meiner Erlebnisse, sondern die Grammatik. Wenn da Vieles fehlerhaft ist, so glaube ich, dass es die Glaubwürdigkeit meiner Aussagen untermauert. Viele Erlebnisse und Ereignisse, die viele Jahre an mir vorüber zogen, haben die Grundlage dazu geliefert, diese Niederschrift zu verfassen. "Nur ein Mensch", so beabsichtige ich meine Schreiberei zu nennen. Denn mehr bin ich nicht. Keine Berühmtheit, kein Prominenter, nur ein Mensch. Doch meine Vergangenheit, mein Leben, war durch den Krieg des Machthabers und Diktators Adolph Hitler maßgeblich geprägt. Niemals wäre mir der Gedanke gekommen etwas derartiges zu schreiben und mich vor fremden Menschen nackt zu zeigen. Doch eine außergewöhnliche Situation trieb mich dazu, einfach mal mein Leben aufzuschreiben. Eine nicht zum Ruhm reichende Lage, in die ich mich selbst brachte und die mir viel Zeit zum Überlegen gab, war unter anderem die Ursache dieser Niederschrift. Vor gut 15 Jahren, als ich mit dieser Aufzeichnung begann, befand ich mich in der Untersuchungs-Haftanstalt Moabit in Berlin. Die Einsamkeit, die Isolation, 23 Stunden allein in einer Zelle, kann Menschen in den Wahnsinn treiben. Denn es ist unmöglich die Gedanken zu vertreiben oder das Gehirn abzuschalten, zumal ich weiß, ich werde hier für die Taten eines Anderen zur Rechenschaft gezogen, wenn ich nicht zum Judas werden will. Die Gründe, warum es zu einer Inhaftierung kam, werde ich noch näher erklären und beschreiben. Das Leben, in das ich im Jahr 1934 gepresst wurde, war alles andere als schön und lebenswert. Doch viele Menschen in meinem Alter hatten sicher die gleichen Lebensbedingungen. Zumindest die Menschen, die in Deutschlands Industrie- und Großstädten lebten und Luftangriffe und viele Grausamkeiten, die ein Krieg mit sich bringt, am eigenen Leibe spüren mussten. Doch ich glaube, ich habe immer den falschen Weg gewählt, darum ist diese Aufzeichnung auch zustande gekommen. Es ist keine reine Biographie, sondern als Teil einer Zeitgeschichte dargestellt. Das Vorwort möchte ich kurz halten, doch es soll schon etwas über die Art meiner Schreiberei aussagen. Ein Schriftsteller und jeder gute Autor hätte mit Sicherheit nie die Probleme etwas Gutes und Beachtenswertes zu schreiben, wenn er meine Erlebnisse als Grundlage für ein Buch gehabt hätte. Mir jedoch fällt es sehr schwer, alles korrekt und der Reihe nach aufzuschreiben, damit es von anderen Leuten, die das hier vielleicht einmal lesen, richtig verstanden wird. Ich hätte wahrscheinlich nie den Versuch gemacht, meine Schreiberei zu veröffentlichen, wenn nicht viele meiner Bekannten, mit denen ich über dieses Thema gesprochen habe, denen ich Details aus meinem Leben erzählte und ihnen sagte, dass ich vieles davon aufgeschrieben habe, mir dann Mut machten, die Initiative zu ergreifen, es anderen Menschen zugänglich zu machen. Unter allen diesen Leuten, deren positive Ansichten ich hörte, war auch mein Hausarzt, bei dem ich mich schon fast 25 Jahre in Behandlung befinde. Er war dann auch für mich die Person, die mir den größten Antrieb gab, mich mit dem grob verfassten Manuskript an den Computer zu setzen und den Versuch zu starten, etwas Positives daraus zu machen. Der Sinn meiner Aufzeichnung soll darin liegen, späteren Generationen mitzuteilen, was ein Krieg für Folgen und Nachwirkungen auf Kinder haben kann, die sich unvergesslich für immer in den Köpfen der Menschen festsetzen und sie für die Zukunft formen können. Ein Wahnsinn ist es, wie mir dir Gedanken durch den Kopf rasen. Ein Chaos ist in meinem Gehirn. Wie ich das alles ordnen soll, dass weiß ich jetzt noch nicht. Wenn ich meine Gedanken so aufschreiben würde, wie sie mir in den Kopf kommen, dann wäre das hier die chaotischste Schreiberei, die jemals ein Blatt Papier ertragen musste. Vielleicht hat mich der Wahnsinn doch schon gepackt? Allein die Idee, mit Schreiben zu beginnen, kann doch nicht normal sein? Bei meiner mangelhaften Schulbildung, meinem sehr geringen Wortschatz. Ist es da überhaupt möglich, etwas gut, verständlich und interessant zu schreiben? Nur habe ich das Bedürfnis und den Drang, etwas zu tun und ich glaube für mich, in meiner derzeitigen Lage (U-Haft), gibt es nichts Besseres, als meine Vergangenheit dem Papier anzuvertrauen, um so dem Wahnsinn zu entgehen. Mein Gehirn heraus zu reißen geht nicht, genau so wenig ist es möglich, die Gedanken abzuschalten. Doch glaube ich, es wird mir leichter fallen, dass hier alles zu überstehen, wenn ich es einfach nur tue und mein Leben und meine Vergangenheit niederschreibe

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