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Tante Holly

Sarah saß Gedankenversunken auf der kleinen rot geblümten Couch, die ihrer Tante gehört hatte. Sarah, hatte sie vor zwei Tagen von der Tante geerbt bekommen. Sie erinnerte sich noch sehr gut daran, wie sie von einem Notar einen Brief erhalten hatte, in dem die Aufforderung stand, dass sie sich am 3. Oktober in dessen Kanzlei einzufinden hat. Des Weiteren stand darin, dass die Tante gestorben sei. Sarah, fühlte sich von diesem Brief überrumpelt, da sie erst im Sommer bei ihrer Tante Holly gewesen war, da ging es der Tante noch recht gut, fand Sarah. Nun ja, das musste Sarah jetzt im Nachhinein doch sagen, sie sah ziemlich klapprig aus, im Gegensatz zu sonst Sie wollte es nicht glauben, dass ihre aller liebste Tante verstorben ist. Der Brief in ihrer Hand brachte sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Ihre Tante, die sie als sie ihre Eltern beim Autounfall verloren hatte aufgenommen und aufgezogen hatte, als wäre sie ihr eigenes Kind und nicht des ihres Bruders Kind gewesen. Und sie sollte nicht mehr zu den Lebenden zählen. Sie hatte ihr noch so viel zu berichten, z. b. das sie einen neuen Freund hatte. Das war ja nun leider nicht mehr möglich, sagte sie nun zu sich selbst. Der Brief in ihrer Hand war das Beweisstück dafür.

Sarah legte den Brief vor sich auf dem Tisch ab und ging zum Fenster hinüber. Das Fenster führte zur Hauptstraße hinaus. Sarah liebte den Ausblick von diesem Fenster aus. Nur an diesem Tag sah sie nichts, was sich unten auf der Straße abspielte. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Ihre einzige Verwandte hat sie nun auch noch verlassen, ging es ihr durch den Kopf. Sie fühlte sich so einsam und verlassen, wer sollte sie jetzt trösten, wenn sie Kummer hatte? Tante Holly war immer gleich zur Stelle gewesen, wenn Sarah sie anrief. Tante Holly hatte selbst keine Kinder. Sie war auch nie verheiratet gewesen. Auf jeden Fall konnte Sarah sich nicht daran erinnern, einen Mann an ihrer Seite gesehen zu haben. Warum hatte Tante Holly ihr nicht erzählt, das sie schwer an Krebs erkrankt ist, seufztste Sarah in sich hinein. Schon seit einigen Jahren litt sie an Krebs und sie als ihre Nichte hat nichts davon geahnt. Ein Krebs den man nicht bekämpfen konnte, sagte ihr der Arzt kürzlich am Telefon, weil Sarah es nicht verstehen konnte weshalb man nicht alles Mögliche unternommen hatte, um das Leben ihrer Tante zu retten. Der Arzt versuchte ihr verständlich zu vermitteln, weshalb man nichts mehr für ihre Tante hätte tun können, da die bösen Krebszellen sich bereits an einigen Stellen im Rückenmark fest gefressen hatten. Tante Holly, warum, hast Du mir nichts davon gesagt? Sarah weinte dies betroffen in ihr Taschentuch, das schon so durchnässt von ihren Tränen war, das es keine Tränen mehr auffangen konnte.

Sarah fuhr am 3. Oktober nach Tannenburg um ihr Erbe anzutreten.

Ihre Tante Holly hatte ihr reichlich Bargeld, Schmuck und ein möbliertes Haus hinterlassen. Das Haus vermietete sie unter und nahm sich nur die kleine rot geblümte Couch mit, in der sie schon als Kind sehr verliebt gewesen war. Diese Couch war das erste Möbelstück das sie unmittelbar in Tante Hollys Haus erblickt hatte, als sie von der Jugendamtsdame dort hingesetzt worden war. Sie sah diese Szene noch unmittelbar vor ihren Augen.

Sie wurde von einer Dame vom Jugendamt aus dem Hort abgeholt. Die Erzieherin, die an diesem Tag Dienst hatte, sprach ganz lieb auf sie ein, heute wirst Du nicht von Deiner Mama abgeholt, sondern von einer Frau vom Jugendamt. Sarah sah sie mit großen Augen an, wie, sagte sie dann zur Erzieherin? Das kann doch nicht sein, meine Mama hat mir aber heute früh, etwas ganz anderes gesagt! Nun ja, die Erzieherin sah sie traurig an, davon weiß ich nichts. Sarah fing sofort an zu weinen, ich möchte von keiner anderen Frau abgeholt werden als nur von meiner Mama. Die Erzieherin trat auf sie zu und nahm sie in die Arme. Ja, ich weiß, aber es ist nun mal so! Sarah machte sich frei aus der Umarmung. Plötzlich stand die Frau vom Jugendamt neben Sarah und lächelte sie freundlich an. Heute hole ich dich ab, Deine Eltern sind leider verhindert. Mama kommt immer, sie ist nie verhindert sagte Sarah.

Heute schon, denn ihr ist leider etwas schreckliches passiert. Nein, das glaube ich nicht, erwiderte Sarah. Was ist mit meinem Papa, fragte Sarah dann. Kann der mich nicht von hier abholen? Aus dem Gesicht der jungen Jugendamtsangestellten entglitt das freundliche Lächeln. Nein, mein Kind, auch Dein Papa kann heute nicht kommen. Sarah sah die Frau vom Jugendamt entsetzt an. Was ist denn bloß los mit meinen Eltern, schrie Sarah laut heraus. Darüber möchte ich im Augenblick mit dir nicht sprechen. Sarah sah ein, das es wohl keine andere Möglichkeit für sie gab, als mit dieser Frau mit zu gehen. Vor der Kindertagesstätte stand das grüne Auto der Frau und beide stiegen ein. Sara nahm auf dem Rücksitz Platz. Kannst du dich schon allein anschnallen? Fragte die Frau. Ja, erwiderte Sarah. Sie fuhren und fuhren, Sarah schlief mehr mals während der Autofahrt ein. Wollte die Fahrt überhaupt nicht enden, dachte Sarah. Als Sarah gerade fragen wollte, wann sie denn endlich da seien, blieb das Auto stehen. Der Motor wurde ausgestellt. Nun sind wir da, meine Kleine, sagte die junge Frau freundlich zu Sarah. Wo sind denn wir hier, fragte Sarah ein wenig ängstlich?

Hier wohnt deine Tante, die sich jetzt um dich kümmern wird. Welche Tante denn, wollte Sara wissen? Ihr fiel keine Tante ein, die sie je kennen gelernt hatte. Das sagte sie auch dieser fremden Frau vom Jugendamt. Nun ja, du wirst sie jetzt kennen lernen.

Da sah Sarah schon eine etwas ältere Frau auf das Auto zugehen. Diese Frau kenne ich nicht! Schrie Sarah trotzig. Eine Tür wurde geöffnet und eine blond gefärbte Frau steckte ihren Kopf in den Wagen. Guten Tag, ich bin Tante Holly, stellte sie sich bei Sarah vor. Weiter sagte sie, ich bin die Schwester deines Vaters. Sarah drückte sich in die Ecke des Autos und hielt die Hände vor ihrem Gesicht. Tante Holly sprach dann mit der Dame vom Amt und ging dann auf die Seite wo Sarah im Auto saß. Sie öffnete die Tür und faßte Sarah sehr samft an den Arm. Sarah, sprach sie, ich weiß, wir kennen uns nicht. Das muss für dich sehr schlimm sein, zu einer fremden Person ins Haus zu kommen. Die Dame vom Amt kam hinzu und schnallte Sarah von ihrem Sitz ab. Sarah, sprach sie dann, deine Eltern können dich nicht mehr beaufsichtigen, da sie einen schweren Unfall erlitten haben, bei dem sie leider Gottes ihren Verletzungen erlitten sind. Als wir davon erfuhren, haben wir uns auf die Suche nach deinen Verwanten gemacht. Dabei sind wir auf deine Tante Holly gestoßen. Wir haben sogleich mit ihr Kontakt aufgenommen und sie hat sich gleich bereit erklärt dich zu sich zu nehmen. Sarah hielt sich die Ohren zu, sie wollte das gehörte nicht wahrhaben. Nein, rief Sarah, meine Mama lebt noch! Ihr wollt mich nur von ihr fernhalten. Sie wird nach mir suchen und dann holt sie mich zu sich. Nein, mein Kind sprach nun Tante Holly, sie wird dich leider nie mehr abholen können. Sie ist gestorben und ist beim heiligen Vater im Himmel; und ebenso auch dein Papa. Gott hat sie zu sich geholt, Sprach die ältere blondierte Frau, die sich als ihre Tante vorgestellt hatte. Nein, nein, rief Sarah voller Trauer, sie werden mich holen. Die beiden Frauen sahen sich wehmütig an und dann nahm die Frau vom amt sie aus dem Auto. Sie trug sie ins Haus und setzte sie auf die kleine rot geblümte Couch, die im Flur in der Ecke stand. Sarah, ich muss jetzt leider wieder fahren, ich werde in den nächsten Tagen wieder bei dir vorbei schauen und dann werden wir sehen, ob es dir hier bei deiner Tante gefällt. Wenn nicht, dann müssen wir dich erst einmal in ein Kinderheim bringen um dann zu sehen, ob wir für dich neue Eltern finden. Sarah saß da wie ein Häufchen elend auf der kleinen rot geblümten Couch und konnte nichts mehr sagen. Sie starte in die Leere. Tante Holly verabschiedete sich noch von der Dame vom Jugendamt und kam dann zu ihr auf die Couch. Sie legte ganz sachte eine Hand auf ihren Arm und sagte nichts. So saßen sie eine ganze Weile lang da, keiner sprach ein Wort

Als ein brauner Hund Schwanz wedelnd in den Flur trat. Ach ja, sagte die Tante, das hätte ich beinahe ganz vergessen, das ist Timo mein Hund. Timo legte seinen Kopf auf Sarahs Beine und wedelte weiter mit seinem Schwanz. Ich glaube, der mag dich, sagte Tante Holly sanft. Sarah sah den braunen Hund an und wusste nun, dass man sie nicht belogen hatte. Sondern das es die reinste Wahrheit ist, das ihre Eltern sie nie wieder würden abholen kommen. Timo, sagte die Tante, das ist unsere Sarah. Wir müssen ihr jetzt gut helfen, denn sie hat ihre Eltern verloren. Timo hob den Kopf, als hätte er das verstanden, was ihm sein Frauchen gerade gesagt hatte. Seine Zunge beleckte Sarahs Gesicht. Willkommen Sarah, sagte die Tante. Bleib ruhig erst einmal auf der Couch sitzen, ich gehe mal in die Küche und koche dir einen Kakao. Sarah hörte Wasser in ein Gefäß laufen. weiter hörte sie einen Kessel tzüchen. Sie vernahm, dass Tante Holly zwei Tassen aus dem Küchenschrank nahm. So meine süße, rief Tante Holly von der Küche aus. Dein Kakao ist fertig. Timo kam Schwanz wedelnd zu ihr gelaufen und stupste sie mit seiner Schnauze an. Wie, als würde er sagen wollen, nun komm, es wird alles gut. Sarah lief mit wackeligen Beinen in die Küche. Tante Holly stand mit dem Rücken zum Herd und sprach zu ihr. Setzt dich ruhig wohin du willst an den Tisch. Sarah setzte sich auf eine Bank, wo sie einem herrlichen Blick nach Draußen hatte. Das Fenster war sehr groß und auf der Fensterbank standen viele Blumentöpfe mit roten und gelben Blumen. So, hier ist dein Kakao, pass auf, er ist noch heiß! Tante Holly setzte sich ihr gegenüber an den Tisch. Sie hatte sich einen Kaffee gemacht.

Hast du Hunger, fragte Tante Holly sie und ergriff dabei ihre kleine Hand? Nein, nickte Sarah mit ihren Kopf. Nun ja, falls dich doch der Hunger plagt, dann sag mir Bescheit, ich mach dir gerne was. Sarah sah aus dem Fenster. Wo bin ich denn hier, dachte sie. Tante Holly gab ihr die Antwort. Du bist im Saarland. Sarah erschrak, woher wusste die Tante nur, was sie dachte. Weißt du, ich kann mir vorstellen, dass du dich nun sehr alleine gelassen fühlst. Ich kenne das Gefühl, da ich schon des Öfteren dies erlebt habe. Dein Vater hat mich vor Jahren auf einen Tag auf den anderen verlassen. Wir wohnten damals zusammen in diesem Haus. Er hat mir keine Nachricht hinterlassen und sich auch nie wieder bei mir gemeldet. Ich wusste nicht, weshalb er so plötzlich fort gegangen ist. Sarah sah ihre Tante groß an. Dann sagte sie, das wusste ich nicht. Meine Eltern haben mir nie von dir erzählt. Ja, das habe ich nun mitbekommen.

Weißt du nun, weshalb mein Papa so plötzlich fort gegangen ist? Nun ja, so einigermaßen. Ich habe vor einigen Wochen einen Brief vom Anwalt deines Vaters bekommen, der mich in Kenntnis setzte, dass mein Bruder mit mir reden wolle. Leider kam es zu diesem Gespräch ja nicht, da er vorher verstorben ist. Der Anwalt hat mich heute früh angerufen und hat mir nun berichtet, warum mein Bruder nach so langer Zeit mit mir in Kontakt treten wollte. Er hat sich so schlecht in den Jahren gefühlt, als er sich nicht bei mir gemeldet hatte. Vor einiger Zeit ist ihm ein Bild von mir in seine Hände gefallen, was ihm daran erinnert hatte, das es damals nicht in Ordnung gewesen ist, einfach weg zu gehen ohne zu sagen wohin. Warum hat er das getan, wollte Sarah wissen? Er wollte nicht, dass ich traurig werde, wenn er mir sagt, dass er von hier fort geht. Er kannte damals schon deine Mutter. Sie liefen von hier fort, weil ihr Vater, dein Opa es nicht gestatten wollte, das sie heirateten. Sie wollten mich nicht damit belasten, dass sie vor hatten zu fliehen. Sie dachten auch, ich würde sie wohlmöglich noch verraten und man würde sie finden und deine Mutter nach Hause zurückholen. Das Dorf mied mich nun, weil sie alle glaubten, ich würde beim Komplott mit machen. Was natürlich nicht so war, weil ich in Wahrheit selbst nicht wusste, wo sie sich befanden. Ich ließ das Dorf jedoch im Glauben, weil ich auch wenn ich es gewusst hätte nicht verraten hätte wo sie sich gerade aufhielten. Du musst wissen, deine Eltern haben sich sehr geliebt. Nur, deine Mutter war zu dieser Zeit erst 16 Jahre alt. Tja, nun haben wir nur uns beide noch und werden versuchen, das Beste draus zu machen, nicht wahr. Ja, flüsterte Sarah. Sicher bist du schon sehrmüde, fragte Tante Holly. Sarah nickte mit dem Kopf, Nun komm mit mir, ich zeige dir nun dein zukünftiges Zimmer.

Das war einmal das Zimmer deines Vaters. Verzeih, wenn noch vieles von deinem Vater an den Wänden hängt, das können wir in den nächsten Tagen von den Wänden nehmen. Oder möchtest du erst einmal im Wohnzimmer übernachten? Sarah sah zu den Wänden und merkte dann, dass sie es nicht aushielt, eine Nacht in diesem Zimmer zu schlafen. Tante Holly bemerkte dies zu gleich und schob Sarah sanft aber bestimmt aus dem Zimmer. Gut, dann bereiten wir dir ein Lager im Wohnzimmer vor, bis das Zimmer neu eingerichtet ist.

So vergingen viele Jahre und Sarah wuchs zu einer klugen, hübschen, glücklichen Jungen Frau heran die ihrer Mutter immer ähnlicher sah. Die Menschen im Dorf Tannenburg, glaubten ihren Augen nicht zu trauen, als Holly plötzlich ein Kind bei sich beherbergte. Durch Sarahs fröhlichen Wesen, erhielt ihre Tante Holly einen neu Anfang im Dorf. Sarah schloss die Tür vom Haus ihrer Tante Holly nun zum letzten Mal zu. sie sah das Haus noch einmal an, sie merkte wie Ihr Herz immer schneller zu klopfen begann, es drohte ihr zu versagen, wenn sie an frühere Zeiten zurück dachte, in denen sie viele glückliche Jahre mit der Tante in diesem Haus verbracht hatte. Sie hörte ihren Namen rufen, Sarah komm, mach es dir nicht noch schwerer wie es schon ist. Sarah zuckte zusammen, denn an Ben hatte sie gar nicht mehr gedacht, denn als sie vor zwei Stunden das Haus ihrer Tante betreten hatte, stieg sie mit den Worten aus, es wird nicht allzu lange dauern und gab ihn einen Kuß auf die Nase. Jajaja, ich komme... Ben stand am Lieferwagen und rauchte eine Zigarette. Er war seit zwei Monaten ihr neuer Freund. Den sie gerne noch ihrer Tante vorgestellt hätte, da er Sarah sehr glücklich machte. Er hatte schon die kleine rote geblümte Couch in den Lieferwagen bugsiert. Bitte steig ein Sarah, sprach er sehr sanft zu ihr, lass uns jetzt bitte fahren. Sarah sah mit wehmütigen Gefühlen in den Seitenspiegel, vom Lieferwagen, das Haus ihrer Tante am Horizont immer kleiner werden, bis sie es nicht mehr entdecken konnte. Good bye Tannenburg und dankeschön, daß ich hier eine schöne Zeit verleben durfte!

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