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Aus Scham wird Stolz

Menschen mit Behinderung haben sich lange nicht mit Stolz in der Öffentlichkeit gezeigt, sondern sie haben eher mit Scham versucht, sich in die “normale“ Gesellschaft einzuordnen. Mit diesem Auftritt wird gezeigt, das dies vorbei ist und sie sich nun überall nach dem Konzept von „Disability Pride“ mit Stolz und Freude in die Gesellschaft begeben werden.
Das Thema wurde von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und Zuwanderungsgeschichte mit einer Mischung aus Performance und Party präsentiert.

Als ich davon erfuhr, das es eine derartige Aktion im Rahmen des Festivals „Karneval der Kulturen“ geben wird, musste ich nicht lange darüber nachdenken, ob ich daran teilnehmen werde oder nicht. Ich vertrete die Ansicht, daß ich als Betroffene ebenso dafür verantwortlich bin das sich in den Köpfen der Gesellschaft, noch einiges mehr bewegt. Die Veranstaltung fand zum ersten Mal in solch einem Rahmen statt.

Am 24. Mai 2015 um 11.30 Uhr war es nun so weit. Wir trafen uns am Wagen 4 in der Urbanstraße nähe Hermannplatz. Um 12.30h ging die Wagenkaravane samt tanzenden Menschen dahinter los. Sie führte über den Südstern bis zum endgültigen Ziel Jörgstraße.

Die Stimmung hinter unserem Wagen war großartig. Sodass ich beinahe 5 Stunden nur am Tanzen war. Auf den bürgersteigen jubelten uns die zahlreich erschienenen Kanevalsbesucher begeistert zu. Das war ein unvergleichbares Gefühl! Am Ende brannten und schmerzten mir zwar die Füße so sehr, aber das machte mir nicht viel aus. Eher war ich stolz auf mich, daß ich es geschafft hatte, ganze 5 Stunden auf den Füßen, mich daran zu beteiligen.

Im nächsten Jahr werde ich auf jeden Fall wieder daran teilnehmen!

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