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Weihnachten bei Familie Roth

Anna sah erwartungsvoll aus dem großen Wohnzimmerfenster hinaus. Es sah nicht aus, als würde es bald zu schneien beginnen. Mama, rief Anna erzürnt, es will in diesem Jahr gar nicht schneien! Annas Mutter trat zu ihr ans Fenster und strich ihr liebevoll über die struppeligen Haare. Du, was nicht im ersten Moment so aussieht als ob, kann dennoch was werden! Herzchen lass uns Plätzchen ausstechen, der Teig ist fertig. Tochter und Mutter rollten den Plätzchenteig in der Küche aus und hörten dabei im Radio eine Weihnachtsgeschichte.

Weihnachten bei Familie Roth

In Tupflingen wohnte eine sehr bescheidene Familie namens Roth. Die Familie Roth bestand aus vier Personen. Mama Roth, Papa Roth und die beiden Kinder Annika und Sven Roth. Wie jedes Jahr zu Weihnachten stand der Papa Roth mit seinen Weihnachtsbäumen auf dem Weihnachtsmarkt. Jedoch in diesem Jahr fehlte Herrn Roth dafür einfach das nötige Geld um prachtvolle Weihnachtsbäume vom Großhändler zu beziehen. Er wusste nicht, wie er dies seiner Familie erklären sollte, das in diesem Jahr das Weihnachtsfest nicht so üppig ausfallen würde wie sonst in den Jahren zuvor. Niemand wollte seine Weihnachtsbäume erwerben. Es liefen die Väter mit ihren Kindern an seinem Stand vorbei und würdigten seinen Weihnachtsbäumen keines Blickes. Herr Roth fröstelte innerlich bei dem Gedanken keinen Umsatz nach Hause zu bringen. Der Weihnachtsmann blieb bei ihm stehen und sah ihm mitleidig an. Herr Roth trat auf ihn zu und sprach zu ihm: "Lieber guter Weihnachtsmann, kannst du mir nicht dabei helfen, damit wenigstens ein Paar Bäume verkauft werden?" Der Weihnachtsmann schüttelte nur mit dem Kopf und ging davon. Nein, lieber guter Weihnachtsmann das ist nicht nett von dir, mich einfach so stehen zu lassen. Herr Roth sah drei Stände weiter einen anderen Weihnachtsbaumverkäufer, wie dieser einen Baum nach dem anderen verkaufte. Was soll ich nur tun, dachte Herr Roth! Da trat ein kleines engelhaft aussehendes Mädchen an seinem Stand und sah sich in Ruhe die Bäume an. Na du, kleine Maus, wo sind denn deine Eltern, fragte er? Das Mädchen sah ihn nur mit strahlenden Augen an und sprach mit einer Sprache zu ihm, die er nicht verstand. Du Kleine, ich verstehe Dich nicht, gab er ihr zu verstehen. Was möchtest du denn? Das Mädchen sprach weiter in ihrer Sprache. Da trat ein Mann zu ihm und sagte, meine Tochter möchte gerne einen Weihnachtsbaum bei ihnen kaufen. Ach so, ja, welchen möchte sie denn gerne haben, fragte Herr Roth geschäftig. Sie möchte den kleinen von links haben. Gut, den soll sie dann auch bekommen, rief Herr Roth erfreut. Plötzlich war vor seinem Stand eine lange Schlange Menschen, die alle an seinen Bäumen interessiert waren. Herr Roth konnte gar nicht so schnell reagieren, wie die Leute ihre Baumbestellungen an ihn richteten. Zum Schluss stand noch ein kleiner verkrüppelter Baum da, den wirklich niemand haben wollte. Herr Roth zählte seine Einkünfte. Er konnte es kaum glauben, das er noch so viel Geld eingenommen hatte um doch noch seiner Familie ein fröhliches Weihnachtsfest zu bescheren. Er wollte gerade seinen letzten Baum auf seinen Lastwagen legen, da stand ein ärmlich aussehender Mann vor ihm und starrte unvermittelt auf den kleinen verkrüppelten Weihnachtsbaum. Lieber Mann sprach der arme Mann, was ist mit diesem Baum da und zeigte mit seinem Zeigefinger auf den kleinen verkrüppelten Baum. Den werde ich zu Brennholz verarbeiten, denn verkaufen kann ich ihn nicht. Da hellte sich das Gesicht des armen Mannes auf, gib ihn dann lieber mir, denn ich kann mir keinen anderen leisten. Also gut, sprach Herr Roth, du sollst ihn bekommen. Hier mein Freund, habe schöne Weihnachten. Frohe Weihnachten rief der arme Mann ihm zu und lief in großen schnellen Schritten mit dem Baum auf seinem Rücken davon. Herr Roth sah ihm noch lange nach und fühlte im innersten seines Herzens tiefen Frieden. Er fuhr mit seinem LKW nach Hause und freute sich schon auf seine Familie. Nun können wir in Ruhe den heiligen Abend begehen.

Während dessen die beiden fleißig Keckse ausrollten hatte es zu schneien begonnen. Mama, es schneit, rief Anna entzügt als sie aus dem Küchenfenster hinaus sah! Morgen werde ich mit Peter einen Schneemann bauen. Ja, Liebes!

Anna und Mutter waren inzwischen mit ihren Plätzchen fertig und machten es sich mit Tee und den frisch gebackenen Keksen auf dem Sofa im Wohnzimmer bequem. Anna sah ihre Mutter fragend an, gibt es wirklich so arme Menschen auf der Welt, wie wir es eben in der Weihnachtsgeschichte gehört haben? Ja, sagte die Mutter, es gibt wahrhaftig so viele Menschen, die hungern müssen und sich kein gemütliches Weihnachten bescheren können. In Anna stiegen Tränen auf und sie fragte ihre Mutter ergriffen, was wir für diese Menschen tun können. Nun ja, wir können etwas Spenden oder wir laden jemanden dem es gar nicht so gut geht zum heiligen Abend zu uns nach Hause ein. Oh ja, das werden wir tun, rief Anna nun erfreut über diesen Vorschlag. Wie bekommen wir heraus wem es zu Weihnachtszeit nicht allzu gut geht und/oder einsam ist, wollte Anna wissen. Wir wenden uns an Pfarrer Hope sagt die Mutter. Der weiß sicher, wem es nicht so gut geht. Ja, ruft Anna erfreut aus und läuft zugleich zum Telefon und wählt die Nummer von Pfarrer Hope. Er war beglückt über Annes Vorhaben und teilte ihr mit, dass Herr Auge sich sicher freuen würde, wenn er Weihnachten bei ihnen daheim feiern dürfte, da er seit einigen Jahren kein so richtiges Weihnachtsfest im Familienkreis erlebt hatte. Anna und ihre Mutter schrieben Herrn Auge eine Weihnachtskarte, in der sie ihn zum heiligen Abend einluden. Tatsächlich kam Her Auge zum Fest und bedankte sich mehrfach bei Annas Mutter und Anna für die so liebe Einladung. Bevor Anna an diesem Abend ihre Äuglein schloss, sprach sie noch zu ihrer Mutter, das werden wir im nächsten Jahr wieder tun, nicht wahrMama? Ja, das werden wir mein Schatz. Fröhliche Weihnachten Anna.

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